Staat und Gesellschaft, Krieg und Frieden im alten und im heutigen Indien
Mittwochabend Das alte Indien hat eine bemerkenswerte Staats- und Politiktheorie formuliert, so das Arthashastra im 3. Jh. v. Chr., der Nitisara und die Epen, vor allem das Mahābhārata. Die heutige indische Außenpolitik, vor allem die von Indiens erstem Premier konzipierte und bis heute gültige Konzeption, ist von altindischen Theorien beeinflusst; Pragmatismus, Flexibilität, „India First“ und eine weitgehende „strategische Autonomie“ sind bis heute maßgebliche Prinzipien. Gleichzeitig wirken traditionelle altindische Modelle der Gesellschaft, so das Kastensystem, in Indien bis heute. Die beiden Vorträge gehen den Fragen nach, inwieweit das moderne politische Denken von Traditionen beeinflusst wird, was „Staat“ und „Gesellschaft“ bedeute(te)n und wie Indien zu Krieg und Frieden stand und steht. Wie ist das Verhältnis von „Moderne“ und hinduistischer Tradition in Hinblick auf die in der Verfassung verankerte „Säkularität“ zu verstehen. Was bedeutet die hindukonservative Politik der BJP für das heutige Indien?